Archive for August 2013

Heute vor genau drei Monaten ist mein wunderbarer Baly gestorben  – noch immer schmerzt die Leere, die er hinterlässt, furchtbar –  die Stille ist erdrückend.

„Weinen als Ausdruck der Trauer ist zugleich eine Ehrung des Schmerzes, den man empfindet.“

Und doch: auch wenn es mir zwischendurch fast unmöglich, unwirklich erscheint – das Leben geht weiter.

„Vor der Terrassentür hüpft eine Amsel über den Kies, ein Specht klopft irgendwo sein Mittagessen aus einem Baum.“

Als er starb, waren wir noch mitten im nasskalten nicht werden wollenden Sommer – und jetzt, nur drei Monate später:

„In den Nächten aber macht sich schon der Winter bereit. Er fängt mit seiner Arbeit immer in den Nächten an, für die Nacht reicht die Kraft des Sommers nicht mehr. Er ist müde geworden, der Sommer, seine Arbeit ist getan.“

Ja: nicht nur Baly’s Zeit auf dieser Erde war endlich – auch

„Unsere Zeit auf Erden ist bemessen, deshalb verlieren wir sie nie aus dem Blick. Es könnte ja sein, dass sie unbemerkt aus der Uhr tropft und uns um unwiederbringliche Stunden betrügt. Viele Uhren müssen also her, je mehr Uhren, desto mehr Zeit.“

Mein tröstendes Wissen –

„Die Auferstehung, das ganz Neue, Unbelastete und Freie, kann sich nur ereignen, wenn vorher gestorben wurde.“

Bloss; noch immer hänge ich so sehr am Verlorenen, leide am Vergangenen –

„Leiden ist eine geistige Haltung: der Schmerz, den wir uns selbst zufügen, wenn wir die Situation anders haben wollen, als sie ist.“

Doch immer mehr erlebe ich auch Freude, Dankbarkeit – das Neue beginnt zu werden.

„Über dem Kandel liegt schon ein Saum aus pfirsichfarbenem Licht, davor wie ein Scherenschnitt eine Krähe auf der Spitze der Fichte. Das Licht sickert langsam und stetig in die Nacht, die sich vor meinen Augen auflöst.“

Die Leere beginnt sich neu zu füllen – die Stille beginnt zu leuchten.

Diesen Dialog habe ich gestaltet mit Zitaten (kursiv) aus dem brandneuen, wunderschön und sorgfältig gestalteten Buch

„Leuchtende Stille – Auf der Suche nach dem achtsamen Leben“ von Margrit Irgang, erschienen im Herder Verlag

Advertisements

Read Full Post »

Das Sterben meines wunderbaren Begleiters Baly hat mich regelrecht gelähmt – dieser Spruch bestärkt mich darin, dass ich halt jetzt einfach mal abwarte, bis ich wieder genügend Kraft finde, um Neues zu schaffen.

zentao blog über zen + anderes

Hier noch ein Spruch aus einem Glückskeks und das passende Bild dazu

 

Nichtstun ist besser…

als mit viel Mühe nichts zu schaffen…

 

die Tieger sind Meister in der Kunst

wann es wichtig ist sich etwas zu bewegen

zur Zeit schlafen sie sehr viel

 und dennoch sind sie immer achtsam,

denn ihnen entgeht nichts

 

08.08.2013 Copyright©zentao

Foto: Copyright©erwinphoto 

Ursprünglichen Post anzeigen

Read Full Post »