Posts Tagged ‘Achtsamkeit’

Bewusst „human being“ anstelle von „human doing“ – das ist für mich ein Aspekt von Achtsamkeit!

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Man nehme eine reife Banane, schäle sie und schneide oder breche sie in ein paar Stücke. Danach ab mit der Banane in den Tiefkühler.

Nun kann man gemütlich einen Hundespaziergang machen, Tatort schauen, Meditieren, einen Brief schreiben oder was auch immer.

Sobald die Banane ganz fest durchgefroren ist, in den Mixer mit ihr und schon hat man das einfachste und gesündeste Soft Ice der Welt.

Und das ohne Rahm oder Milch, und somit ohne die Tränen einer Kuh, der man das Junge weggenommen hat, damit wir an ihre Milch kommen!

Das Rezept funktioniert wirklich; ich habe es zuerst auch kaum glauben können.

Genuss pur!

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Heute vor genau drei Monaten ist mein wunderbarer Baly gestorben  – noch immer schmerzt die Leere, die er hinterlässt, furchtbar –  die Stille ist erdrückend.

„Weinen als Ausdruck der Trauer ist zugleich eine Ehrung des Schmerzes, den man empfindet.“

Und doch: auch wenn es mir zwischendurch fast unmöglich, unwirklich erscheint – das Leben geht weiter.

„Vor der Terrassentür hüpft eine Amsel über den Kies, ein Specht klopft irgendwo sein Mittagessen aus einem Baum.“

Als er starb, waren wir noch mitten im nasskalten nicht werden wollenden Sommer – und jetzt, nur drei Monate später:

„In den Nächten aber macht sich schon der Winter bereit. Er fängt mit seiner Arbeit immer in den Nächten an, für die Nacht reicht die Kraft des Sommers nicht mehr. Er ist müde geworden, der Sommer, seine Arbeit ist getan.“

Ja: nicht nur Baly’s Zeit auf dieser Erde war endlich – auch

„Unsere Zeit auf Erden ist bemessen, deshalb verlieren wir sie nie aus dem Blick. Es könnte ja sein, dass sie unbemerkt aus der Uhr tropft und uns um unwiederbringliche Stunden betrügt. Viele Uhren müssen also her, je mehr Uhren, desto mehr Zeit.“

Mein tröstendes Wissen –

„Die Auferstehung, das ganz Neue, Unbelastete und Freie, kann sich nur ereignen, wenn vorher gestorben wurde.“

Bloss; noch immer hänge ich so sehr am Verlorenen, leide am Vergangenen –

„Leiden ist eine geistige Haltung: der Schmerz, den wir uns selbst zufügen, wenn wir die Situation anders haben wollen, als sie ist.“

Doch immer mehr erlebe ich auch Freude, Dankbarkeit – das Neue beginnt zu werden.

„Über dem Kandel liegt schon ein Saum aus pfirsichfarbenem Licht, davor wie ein Scherenschnitt eine Krähe auf der Spitze der Fichte. Das Licht sickert langsam und stetig in die Nacht, die sich vor meinen Augen auflöst.“

Die Leere beginnt sich neu zu füllen – die Stille beginnt zu leuchten.

Diesen Dialog habe ich gestaltet mit Zitaten (kursiv) aus dem brandneuen, wunderschön und sorgfältig gestalteten Buch

„Leuchtende Stille – Auf der Suche nach dem achtsamen Leben“ von Margrit Irgang, erschienen im Herder Verlag

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„Nicht die Vergänglichkeit ist leidvoll. Wir wünschen uns Dauerhaftigkeit bei Dingen, die nicht dauerhaft sind, und daran leiden wir. Die Vergänglichkeit lehrt uns, jeden Augenblick und alle Kostbarkeit um uns und in uns zu achten und wertzuschätzen.“
Thich Nhat Hanh
Genau vier Wochen ist es her, dass ich aus heiterem Himmel und unerwartet mit der tödlichen Krankheit von Baly, meinem vierpfotigen Kameraden, konfrontiert wurde. Man sagte mir damals, er habe bloss noch einige wenige Tage zu leben.
Wie viele Tränen habe ich seither vergossen:
Tränen des Schmerzes
Tränen der Angst
Tränen der Traurigkeit
Tränen der Verzweiflung
Tränen der Ungewissheit
Dann endlich:
Tränen der Freude
Tränen der Zuversicht
Tränen der Rührung
Tränen der Dankbarkeit
Tränen der Liebe und Zärtlichkeit
Ich weiss: Baly ist „bloss“ ein Hund. Für mich ist er aber ein Lebewesen mit einer Seele (wie übrigens alle Tiere), ein treuer Begleiter, ein zuverlässiger Freund – ich weiss die Dankbarkeit über all die Freude, die er mir geschenkt hat, nicht auszudrücken.
Sein Grossmut geht soweit, dass er mich  sogar zu seinem Nachfolgerli geführt hat. Er heisst Kibo, ist ein 14-wöchiger schwarzer Grosspudelwelpe und gehört nun seit 10 Tagen zu unserem „Rudel“.
Ja; Baly hat sich wider jede ärztliche Prognose aufgerappelt (an Auffahrt hatte er zwar wieder eine schwere Krankheits-Attacke und musste ins Spital) und kann das Leben immer noch geniessen. Er ist zwar jetzt wirklich sehr schnell müde – gestern hat er aber sogar begonnen, den Welpen zum Spielen aufzufordern, hat ihm den Stecken gestohlen und ist damit davongerannt, hat sich im hohen Gras (nein, nein: kein Landwirtschaftsgras!) genüsslich gewälzt, hat nach Mäusen gegraben – hat über sein ganzes Gesichtlein gestrahlt.
Bewusst geniesse ich jeden Moment, den er noch bei uns ist – immer im Wissen, dass jeder Tag sein letzter sein kann. Und damit lehrt er mich gerade noch eine weitere Lektion:
Ich übe mich darin, wach zu sein, die Vergänglichkeit aller Tage deutlich vor Augen zu haben – dies aber ohne den bitteren Druck , der beispielsweise – wie jetzt bei Baly – durch eine tödliche Krankheit entsteht.
Danke, Baly!

 

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„Meine vielen Tränen sollen nicht verdunsten, sondern zu rettenden Oasen in der Wüste anderer werden.“

Im Sinne dieses Zitates aus meinem Buch „Neuland“ gründe ich morgen meine Sangha in Horw.

Ich freue mich darauf, das Geschenk der Achtsamkeitsmeditation in der Tradition von Thich Nhat Hanh, so wie ich es erfahren durfte und darf, weitergeben zu können. Interessierte sind herzlich Willkommen und melden sich bitte für weitere Informationen bei mir.

Infos unter: Sangha Horw

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Wenn du nachts Tränen vergiesst,

weil du die Sonne nicht siehst,

siehst du auch die Sterne nicht.

Rabindranath Tagore

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Pause

Ich habe eine Gewohnheit entwickelt, die mein Leben verändert hat.

Die Pause.

Wenn wir Fehler machen, dann deshalb, weil wir ohne nachzudenken einem Drang folgen – wir merken es meist nicht einmal. Wir haben Lust Junkfood zu essen, und wir tun es. Wir haben den dringenden Wunsch, die Emails zu checken, statt ein Kapitel unseres Buches zu schreiben und deshalb öffnen wir die Inbox. Wir verspüren den inneren Drang zu rauchen, Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen, an unseren Fingernägeln zu kauen, ein Facebook-Spiel zu spielen, etwas aufzuschieben, eines der Fitnesstrainings auszulassen, mehr Pommes zu essen, zu kritisieren, aus Eifersucht oder Wut zu handeln, grob zu sein … und wir folgen diesem Drang.

Was wäre aber, wenn wir lernen würden, bei jedem dieser dringenden Impulse zu pausieren? Was wäre, wenn wir innehalten könnten und genau darauf achten, wie es sich in unserem Körper anfühlt – ohne sogleich zu handeln?

Der Drang würde uns nicht kontrollieren. Wir wären in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen, die gesünder für uns sein könnten und uns helfen, glücklicher zu sein.

Wenn wir innehalten können, schaffen wir Raum. Raum, um zu atmen, nachzudenken, nicht zu handeln.

Die Pause ist die Antwort auf so viele unserer Probleme. So etwas Kleines, aber so wirkungsvoll.

Um die Pause zu entwickeln, achte auf deinen nächsten Drang. Ist es der Drang im Internet zu surfen? Oder etwas zu essen, von dem du weißt, dass es nicht gesund für dich ist? Achte auf diesen Drang, lerne davon, soviel du kannst. Wenn du dann nach der Pause danach handelst, dann ist das in Ordnung. Du achtest darauf, pausierst und bist aufmerksam.

Und wiederhole das beim nächsten Drang, und beim nächsten. Mit Übung wirst du gut darin werden, und du wirst viele Möglichkeiten der Übung haben.

Immer wieder wird ein neuer Drang kommen, aber deine Fähigkeit innezuhalten wird stärker werden. Und wenn du pausieren kannst, dann wird dir das bei allem, was du tust, helfen.

Leo Babauta

 

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