Posts Tagged ‘Zeit’

Bewusst „human being“ anstelle von „human doing“ – das ist für mich ein Aspekt von Achtsamkeit!

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Heute vor genau drei Monaten ist mein wunderbarer Baly gestorben  – noch immer schmerzt die Leere, die er hinterlässt, furchtbar –  die Stille ist erdrückend.

„Weinen als Ausdruck der Trauer ist zugleich eine Ehrung des Schmerzes, den man empfindet.“

Und doch: auch wenn es mir zwischendurch fast unmöglich, unwirklich erscheint – das Leben geht weiter.

„Vor der Terrassentür hüpft eine Amsel über den Kies, ein Specht klopft irgendwo sein Mittagessen aus einem Baum.“

Als er starb, waren wir noch mitten im nasskalten nicht werden wollenden Sommer – und jetzt, nur drei Monate später:

„In den Nächten aber macht sich schon der Winter bereit. Er fängt mit seiner Arbeit immer in den Nächten an, für die Nacht reicht die Kraft des Sommers nicht mehr. Er ist müde geworden, der Sommer, seine Arbeit ist getan.“

Ja: nicht nur Baly’s Zeit auf dieser Erde war endlich – auch

„Unsere Zeit auf Erden ist bemessen, deshalb verlieren wir sie nie aus dem Blick. Es könnte ja sein, dass sie unbemerkt aus der Uhr tropft und uns um unwiederbringliche Stunden betrügt. Viele Uhren müssen also her, je mehr Uhren, desto mehr Zeit.“

Mein tröstendes Wissen –

„Die Auferstehung, das ganz Neue, Unbelastete und Freie, kann sich nur ereignen, wenn vorher gestorben wurde.“

Bloss; noch immer hänge ich so sehr am Verlorenen, leide am Vergangenen –

„Leiden ist eine geistige Haltung: der Schmerz, den wir uns selbst zufügen, wenn wir die Situation anders haben wollen, als sie ist.“

Doch immer mehr erlebe ich auch Freude, Dankbarkeit – das Neue beginnt zu werden.

„Über dem Kandel liegt schon ein Saum aus pfirsichfarbenem Licht, davor wie ein Scherenschnitt eine Krähe auf der Spitze der Fichte. Das Licht sickert langsam und stetig in die Nacht, die sich vor meinen Augen auflöst.“

Die Leere beginnt sich neu zu füllen – die Stille beginnt zu leuchten.

Diesen Dialog habe ich gestaltet mit Zitaten (kursiv) aus dem brandneuen, wunderschön und sorgfältig gestalteten Buch

„Leuchtende Stille – Auf der Suche nach dem achtsamen Leben“ von Margrit Irgang, erschienen im Herder Verlag

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Innehalten

„Unsere heutige Welt befindet sich in einem rasenden Stillstand.“

Paul Virilio

Meine Interpretation dieses Zitates:

Wegen der permanenten Beschleunigung stehen die Menschen unter höchster Anspannung. Zum ungestörten Innehalten und Nachdenken fehlt die Zeit. So kommt es kaum noch zu den dringend anstehenden wesentlichen Veränderungen. Zudem finden sich die Menschen  in zunehmender Entfremdung und Orientierungslosigkeit wieder.

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Schnelllebigkeit

Rasch leben

Rasch erleben

Rascher leben

Rascheln eben

Brigitte Fuchs, saltowortale

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Musse

Unsere beliebteste Aktivität? Nicht Fussball, Shopen oder Fernsehen. Nein, es ist das Zeitsparen. Wir alle tun es, aber niemand hat trotz der gesparten Zeit tatsächlich mehr Zeit zur Verfügung. So jammern wir über die Zeit, die wir nicht haben. Stille, Musse, Zeit zum Nachdenken und Leben; dies sind die wahren Schätze unserer Gesellschaft geworden. Drum: wenn du deinen Schatz heben willst, wirf als erstes deine Uhr weg!

Für jemand anderen ist es die Meditation oder das Arbeiten im Garten, das ihn Innehalten lässt und ihn wieder zu sich zurückführt. Für mich sind es meine Spaziergänge mit Baly, meinem wilden Hund aus Afrika. Jeden Tag entführt er mich in die heilsame Ruhe der Natur.  Auch wenn es mir mal gar nicht nach einem Spaziergang zu Mute ist, muss ich mir wohl oder übel meine Schuhe überstreifen und mit meinem Hundefreund losmarschieren. Bei jedem Schritt stelle ich mir vor, wie unter meinem Fuss die ganze Erde liegt. Dieser gewaltige Planet, der durch das noch unvorstellbar grössere All rast, klebt an meinem winzigen Fuss. Obschon dieses gewaltige Gewicht an meinen Füssen hängt, gehe ich federleicht. Diese wohltuende Vorstellung vereint mich mit der ganzen Schöpfung. Mein Urvertrauen in eine unlösbare Verbundenheit mit allem ist für mich das Fundament einer wohltuenden Geborgenheit. Alles ist von einer unbegreiflichen Schönheit, das Leben geschieht und unbemerkt geht die Zeit vergessen.

Wie Balsam sind diese Auszeiten aus der Hektik für mich. Ich habe meinen Schatz gefunden.

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